das digitale Buch

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vom Buch zum xxx

Einleitung

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Das Buch ist seit Jahrhunderten ein lineares Medium. Es führt Leserinnen und Leser von der ersten bis zur letzten Seite. Mit der Digitalisierung wurden neue technische Möglichkeiten geschaffen. Dennoch orientieren sich viele digitale Bücher bis heute stark am klassischen Vorbild.

Dieses Snipbook betrachtet den Weg vom gedruckten Buch zum digitalen Buch und zeigt, welche Potenziale bislang genutzt werden – und welche noch weitgehend ungenutzt bleiben.

Das lineare Buch

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Das Prinzip der klassischen, linearen Kapitelabfolge.

Das klassische Buch ist grundsätzlich linear aufgebaut. Die Autorin oder der Autor bestimmt die Reihenfolge der Inhalte, und die Lesenden folgen dieser Struktur von Anfang bis Ende.

Die Kapitel bauen meist aufeinander auf, Argumentationen entwickeln sich schrittweise, und Geschichten entfalten sich entlang einer vorgegebenen Reihenfolge.

Die Linearität bietet Vorteile:

  • klare Orientierung

  • nachvollziehbarer Aufbau

  • kontrollierter Spannungsbogen

  • einfache Navigation

Gleichzeitig lesen Menschen selten vollständig linear.

Anders lesen im linearen Buch

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Visuelle Elemente, die das nicht-lineare Lesen im gedruckten Buch unterstützen.

Schon gedruckte Bücher werden oft auf unterschiedliche Weise genutzt.

Lesende:

  • überfliegen Überschriften

  • lesen Zusammenfassungen zuerst

  • springen zwischen Kapiteln

  • suchen gezielt nach Informationen

  • betrachten Bilder und Grafiken vor dem Text

Das Layout unterstützt diese Formen des Lesens:

  • Hervorhebungen

  • Marginalien

  • Infokästen

  • Fußnoten

  • Abbildungen

  • Inhaltsverzeichnisse und Register

Damit entsteht bereits innerhalb eines linearen Mediums eine gewisse Flexibilität.

Die erste Digitalisierung: PDF und ePub

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Mit der Verbreitung digitaler Geräte entstanden Formate wie PDF und ePub.

PDF

Das PDF übernimmt das Layout der gedruckten Seite nahezu unverändert.

Vorteile:

  • identische Darstellung auf verschiedenen Geräten

  • geeignet für Druck und Archivierung

  • vertraute Seitenstruktur

Nachteile:

  • oft schlecht auf kleinen Bildschirmen lesbar

  • geringe Interaktivität

  • starres Layout

ePub

Das ePub-Format verfolgt einen anderen Ansatz.

Der Text passt sich an:

  • Bildschirmgröße

  • Schriftgröße

  • Lesegerät

Dadurch wird das Lesen auf Tablets, Smartphones und E-Readern komfortabler.

Trotzdem bleibt das Grundprinzip erhalten: Das ePub ist meist ein lineares Buch in digitaler Form.

Digital, aber noch nicht wirklich digital

pdf+epub

PDF und ePub sind vor allem digitale Repräsentationen des herkömmlichen Buches.

Sie ersetzen Papier durch Bildschirm, verändern aber die Struktur des Mediums kaum.

Viele Eigenschaften des gedruckten Buches bleiben erhalten:

  • Kapitelabfolge

  • Seitenlogik

  • lineare Navigation

  • feste Autor:innenperspektive

Das Potenzial digitaler Medien wird damit nur teilweise genutzt.

Neue Möglichkeiten digitaler Bücher

interaktivesBuch

Verschmelzung von Text, Video- und Audioelementen in modernen E-Books.

Digitale Medien ermöglichen deutlich mehr als die bloße Darstellung von Text.

Mehr Farbe und Gestaltung (offen)

Digitale Bücher sind nicht an Druckkosten gebunden.

Dadurch werden möglich:

  • farbige Hervorhebungen

  • großzügigere Layouts

  • dynamische Darstellungen

  • visuelle Orientierungshilfen

Interaktivität (offen)

Inhalte können auf Benutzeraktionen reagieren.

Beispiele:

  • ausklappbare Abschnitte

  • Quizfragen

  • Übungen

  • Simulationen

  • Filter und Suchfunktionen

Multimedia (offen)

Digitale Bücher können verschiedene Medienformen verbinden:

  • Audio

  • Video

  • Animationen

  • interaktive Grafiken

Dadurch entstehen neue Formen des Lernens und Verstehens.

Die Hypertext-Idee

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Das Hypertext-Modell – Text als non-lineares Netzwerk statt einer geraden Linie.

Bereits in den 1990er Jahren wurde intensiv über Hypertext diskutiert.

Die Grundidee:

Ein Text muss nicht nur auf einem einzigen Weg gelesen werden.

Hypertext verbindet Inhalte durch Verweise. Leserinnen und Leser können selbst entscheiden, welchen Pfad sie verfolgen.

Mögliche Strukturen:

  • thematische Verzweigungen

  • unterschiedliche Schwierigkeitsstufen

  • alternative Perspektiven

  • individuelle Lernwege

Der Text wird zu einem Netzwerk von Informationen.

Erwartungen der 1990er Jahre

Mit dem Aufkommen des World Wide Web erwarteten viele Forschende und Autorinnen, dass Hypertext das klassische Buch grundlegend verändern würde.

Man stellte sich vor:

  • nichtlineare Wissensräume

  • individuelle Lesepfade

  • dynamische Dokumente

  • neue Formen des Erzählens

Diese Vision wurde jedoch nur teilweise verwirklicht.

Digitale Bücher heute

Trotz der technischen Möglichkeiten dominieren weiterhin traditionelle Formate.

Die meisten digitalen Bücher erscheinen als:

  • PDF

  • ePub

In vielen Fällen unterscheiden sie sich nur wenig von ihren gedruckten Vorbildern.

Die Hypertext-Idee spielt im Alltag des digitalen Publizierens bisher eine eher geringe Rolle.

Andere digitale Formate

Neben PDF und ePub existieren weitere Ansätze.

Hilfe-Systeme

chm

Ein frühes Beispiel sind digitale Hilfesysteme.

Unter Windows war lange das Format .chm (Compiled HTML Help) verbreitet.

Merkmale:

  • Inhaltsverzeichnis

  • Suchfunktion

  • Querverweise

  • Navigation über Themen statt Seiten

Damit näherten sich Hilfesysteme bereits der Hypertext-Idee an.

Wissensdatenbanken

Moderne Dokumentationssysteme verwenden ähnliche Konzepte:

  • verlinkte Themen

  • Suchfunktionen

  • Kontextinformationen

  • dynamische Navigation

Die Inhalte werden nicht zwingend in einer festen Reihenfolge gelesen.

Webseiten als digitales Buch?

webSiteSturuktur

Auch Webseiten können als Form digitaler Publikationen betrachtet werden.

Typischerweise bestehen sie aus:

  • einem Menü

  • einer Navigationsstruktur

  • einzelnen Inhaltsseiten

Gleichzeitig gibt es den Trend zu sehr langen Seiten („Longform Content“), die wieder stark linear aufgebaut sind.

Gegenüberstellung einer klassischen verschachtelten Website-Struktur und einer endlosen Longform-Single-Page
Abbildung 6: Der Kontrast zwischen netzwerkartiger Web-Navigation und dem Trend zu linearen Longform-Inhalten.

Dadurch entsteht ein interessanter Gegensatz:

  • Das Web bietet grundsätzlich nichtlineare Navigation.

  • Viele Webseiten präsentieren Inhalte dennoch in linearer Form.

Ausblick

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Die Geschichte digitaler Bücher zeigt einen bemerkenswerten Widerspruch.

Die technischen Möglichkeiten für Interaktivität, Multimedia und nichtlineare Navigation existieren seit Jahrzehnten. Dennoch orientieren sich die meisten digitalen Bücher weiterhin am klassischen gedruckten Vorbild.

Die zentrale Frage bleibt:

Wie kann ein digitales Buch aussehen, das die Möglichkeiten digitaler Medien wirklich nutzt, ohne die Orientierung und Lesbarkeit des klassischen Buches zu verlieren?

Die Antwort darauf wird die zukünftige Entwicklung digitaler Publikationsformen prägen.

Ende

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