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Der Scheidungsgrund

Der Scheidungsgrund ist eine hochinteressante, besonders kombinationsreiche Patience. Zum Wahrnehmen aller komplizierten Spielmöglichkeiten gehören Kartenverstand und solide Grundkenntnisse vom Patiencelegen. Ihr Name soll daher rühren, daß eine Patiencespielerin über dem ständigen Patiencelegen alles um sich her vergaß und vernachlässigte und damit schließlich den Scheidungsgrund lieferte.

Auslegen

Zur Patience Scheidungsgrund benötigen Sie ein vollständiges Patiencespiel mit 104 Karten. Nehmen Sie die gut gemischten Karten mit der Rückseite nach oben in die eine Hand und legen Sie jnit der anderen Hand 10 verdeckte - mit dem Kartenwert nach unten -Karten von links nach rechts waagerecht auf den Tisch.

An diese 1. Reihe werden 3 weitere Reihen von links nach rechts angelegt, und zwar so, daß die Karten jeder neuen Reihe die Karten der vorherigen zur Hälfte bedecken. Das Kartenbild ist komplett, wenn Sie an die 4 Reihen mit verdeckten Karten 1 Reihe offene (Kartenwert sichtbar) Karten angelegt haben. Die restlichen Karten sind der Talon (siehe Abb. 45).

Spielziel

Das Spielziel des Scheidungsgrundes ist das Ordnen der Karten in 8 Kartenpäckchen in jeweils gleicher Farbe, also zu 2, 2, 2 und 2 Kartenpäckchen in fallender Folge von den Königen bis zu den Assen. Dieses Ordnen der Karten wird im Kartenbild durch An- und Umlegen vorgenommen. Jede vollständige Leiter, die vom König bis zum As reicht, wird zusammengeschoben und als Kartenpäckchen über das Kartenbild plaziert. Die Patience ist geglückt, wenn alle 8 Kartenpäckchen mit den Königen als untersten Karten (das ergibt sich durch das Zusammenschieben) und den Assen als obersten Karten über dem abgeräumten Spielfeld liegen.

Spielverlauf

Im Kartenbild befinden sich in 5 Reihen insgesamt 50 Karten, 40 verdeckte und in der unteren Reihe 10 offene. Spielmöglichkeiten ergeben sich dadurch, daß Sie von der offenen Karte von Senkrechtreihe zu Senkrechtreihe anlegen dürfen - und zwar in fallender Folge ohne jeden Farbzwang. Wenn es Ihnen gelingt, verdeckte Karten freizuspielen, können diese umgedreht und - wenn sie passen - im Spiel verwendet werden. Einzelkarten sind problemlos von Reihe zu Reihe zu plazieren - komplizierter ist es mit zusammenhängenden Leitern. Leitern dürfen nämlich nur bewegt werden (für das Anlegen gilt jeweils die oberste Karte), wenn sie durchgehend die gleiche Farbe haben. Es ist an sich also ratsam, nicht zu bunte Leitern zu bilden - aber es wird oftmals nötig sein, damit die Patience überhaupt weitergeht.

Nach den ersten Spielzügen entsteht manchmal in einer senkrechten Reihe schon bald ein Freiplatz. Freiplätze (= freie senkrechte Reihen) sind bei dieser Patience besonders wichtig. Mit ihrer Hilfe können Sie z.B. farbungleiche Leitern in farbgleiche umordnen. Auf jeden Freiplatz kann jede Einzelkarte und jede farbgleiche Leiter -oder farbgleiche Teile von Leitern - gelegt werden - für ständig oder nur vorübergehend. Eine weitere Spielregel besagt, daß Freiplätze immer frei bleiben, wenn Karten vom Talon neu an die Senkrechtreihen angelegt werden.

Nach Beendigung aller Spielzüge, die nach dem Auslegen des Kartenbildes möglich waren, werden vom Talon an jede Reihe (freie Reihen bleiben frei!) Karten von links nach rechts angelegt. Dadurch ergeben sich neue Spielmöglichkeiten: Anlegen ohne Farbzwang in fallender Folge zu - möglichst - farbgleichen Leitern, Heranspielen an verdeckte Karten, die Sie umwenden können, Umordnen der farbungleichen in farbgleiche Leitern mit Hilfe von Freistellen. Aber es werden auch Senkrechtreihen durch das erneute Anlegen blockiert, denn spielberechtigt sind immer nur die unteren offen daliegenden Karten bzw. farbgleichen Leitern. Dieses Blockiertsein löst sich im Laufe des Spieles meistens von selbst, wenn Sie nach Vorschrift weiter vom Talon Karten an die senkrechten Reihen bringen, die fälligen Spielzüge kombinieren und vollziehen, erneut Karten anlegen, spielen usw., bis der Talon aufgebraucht ist.

Es muß Ihr Bemühen bleiben, ganze farbgleiche Leitern vom König bis zum As zu bilden, um sie dann zusammenzuschieben und über das Kartenbild zu plazieren. Vorsicht: Besonders bei möglichen farbungleichen -und -Leitern passiert es manchmal, daß die Farbungleichheit übersehen wird. Darum ist bei farbungleichen Leitern stets besondere Aufmerksamkeit nötig.

Wichtig

Ein oder mehrere Freiplätze (freie Senkrech treihen) haben bei dieser Patience große Bedeutung. Sicher sind Sie manchmal versucht, jeden Freiplatz zu belegen, wenn sich noch verdeckte Karten im Kartenbild befinden, an die Sie durch Umlegen einer Einzelkarte oder farbgleichen Leiter auf den Freiplatz gern herankämen. Es ist empfehlenswert, sich mindestens einen Freiplatz zu belassen, der beim Auslegen der Karten aus dem Talon auch frei bleibt und durch den das Ordnen in farbgleiche Leitern erleichtert wird.

Die Könige sind in dieser Patience die höchsten Karten und können, wenn sie eine Reihe blockieren, nur auf einer freien Stelle Platz finden. Man kann sie im Spielverlauf keinesfalls an Asse anlegen, die im Scheidungsgrund die 1 bedeuten und im Spiel jeweils an die 2 plaziert werden.

Kurzfassung Der Scheidungsgrund

·         104 Karten

·         Kartenbild: geschuppt 4 waagerechte Reihen mit IQ v er deckten Karten, daran 1 waagerechte Reihe mit 10 offenen Karten.

·         Restkarten: Talon

·         Spielziel: Farbgleiche Leitern von Königen bis Asse bilden und als Päckchen über Kartenbild legen.

·         Umlegemöglichkeiten: beliebig rot an schwarz, schwarz an rot, rot an rot, schwarz an schwarz m fallender Folge. Beim Umlegen erlaubt: nur Einzelkarten und farbgleiche Leitern (oder farbgleiche Teile von Leitern).

·         An verdeckte Karten heranspielen, ins Spiel einbeziehen.

·         Freiplatz (-plätze) sind wichtig, z.B. zum Umordnen von farbungleichen Leitern. Auf Freiplatz kann jede Einzelkarte oder farbgleiche Leiter gelegt werden.

·         Erneutes Anlegen nach Spielstop: vom Talon je 1 Karte an jede Senkrechtreihe (freie Plätze bleiben frei).

 


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