links zufall rechts

Anneliese

Die Anneliese ist eine der interessantesten, kombinationsreichsten und schwierigsten Patiencen. Sie erfordert viel Überlegung, Aufmerksamkeit, Geschicklichkeit - und Geduld. Sie wird mit einem vollständigen Patiencespiel (104 Karten) gelegt. Ein ungeübter Patienceleger wird intensives Training brauchen, um sämtliche Variationsmöglichkeiten der Anneliese zu erlernen. Beherrscht er sie einmal alle, wird er die Anneliese nicht mehr in seinem Patiencespielschatz missen wollen.

Auslegen

Mischen Sie das vollständige Patiencespiel gut, nehmen Sie die Karten als Häufchen verdeckt in die Hand und legen Sie von links nach rechts 8 Karten offen aus. An diese erste waagerechte Reihe kommen dann noch mal 7 waagerechte Reihen, wobei die Karten jeder neuen Reihe die Karten der vorherigen Reihe halb bedecken.

Das Kartenbild umfaßt dann 64 Karten - 8 waagerechte und 8 senkrechte Reihen. Die übrigen Karten bilden den Talon (Abb.46).

Spielziel

Das Ziel der Patience Anneliese ist es, die Asse im Spielverlauf aus dem ausgelegten Kartenbild und aus dem Talon herauszuspielen und sie über dem Kartenbild anzuordnen. Auf die Asse werden die Familien von den 2en bis zu den Königen aufgebaut, und zwar farbgerecht auf , auf , auf , auf . Die Patience ist aufgegangen, wenn das Kartenbild aufgelöst und der Talon abgespielt ist - und die Familienhäufchen - mit den Königen zuoberst - übrigbleiben.

Spielverlauf

Im Kartenbild sind immer die Karten spielberechtigt, die mit ihrem ganzen Wert zu sehen sind. An die halb zugedeckten Karten müssen Sie sich durch Um- und Anlegen erst heranspielen. Sie können die offenen Karten in absteigender Folge zu Leitern aneinanderlegen, und zwar rot (, ) an schwarz (, ) und schwarz (, ) an rot (, ), aber auch -das ist die Besonderheit - in gleicher Farbe, also an , an , an , an (nicht aneinandergelegt werden dürfen an , an , an , an ). Die beiden Arten des Anlegens können Sie in einer Leiter verwenden. Abbildung 50 zeigt dazu einige Beispiele.

Das Wichtige beim Umlegen der Leitern ist, daß man sie nur zusammenhängend bewegen darf, wenn sie die gleiche Farbe haben. Sehen Sie sich dazu noch einmal die nebenstehenden Beispiele an: Aus Beispiel 4 läßt sich die -6 mit anschließender Leiter an Beispiel 2 -7 legen; aus Beispiel 3 läßt sich die -4 mit anhängender -3 an die -5 in Beispiel 1 legen. Alle Beispielreihen lassen sich nicht im ganzen verlegen, weil sie in sich unterschiedlich in der Farbenfolge sind.

Es empfiehlt sich bei der Patience Anneliese, nicht planlos alle passenden Karten an andere anzulegen, weil man sich dadurch leicht das Weiterkommen verbaut. Bevorzugen Sie deshalb das Anlegen in absteigender Folge in der gleichen Farbe.

Von Anfang an müssen Sie das Spielziel im Auge behalten: die Asse sind freizuspielen, darauf sind die passenden Karten aufzulegen.

Besonders wichtig sind bei dieser Patience - die immer 8 spielberechtigte Reihen hat - die freien Reihen. In freie Reihen dürfen beliebige Einzelkarten, Teile von Leitern oder ganze Leitern gelegt werden. Mit Hilfe einer freien Reihe können Sie auch Leitern mit verschiedener Farbfolge auflösen, weil Sie ein Stückchen Leiter (in gleicher Farbe) vorübergehend auf die freie Reihe legen können. Mit 2 freien Reihen lassen sich auch buntere Leitern bewegen. Beachten Sie, daß Sie die vorübergehend auf die freien Reihen abgelegten Leiterstückchen oder Einzelkarten wieder zu einer Leiter zusammenfügen. Es ist durchaus möglich, daß Sie durch geschicktes Um-, An- oder Hochlegen schon nach dem Auslegen des Kartenbildes eine freie Reihe bekommen. Sicher ist das aber keinesfalls.

Wenn sich im Kartenbild nichts mehr legen läßt, nehmen Sie den Talon verdeckt zur Hand und ziehen Sie mit der anderen Hand Karte für Karte ab. Jede umgedrehte Karte wird überprüft, ob sie sich auf ein Familienhäufchen aufbauen läßt oder ob sie im Kartenbild an eine einzelne Karte oder an eine Leiter paßt. Ist das nicht der Fall, wird sie an die erste senkrechte Reihe (also links) angelegt. Diese Reihe bleibt immer mitspielberechtigt, das heißt, Sie können an die unterste - jeweils neu angelegte Karte - Einzelkarten, Teile einer Leiter oder ganze Leitern aus dem Kartenbild anlegen. Damit wird diese Reihe zwangsläufig länger und länger. Meistens muß man sie am Tischrand um die Ecke legen. Sie sollten immer darum bemüht sein, gerade diese Reihe wieder zu verkürzen, indem Sie aufpassen, ob sie sich von hinten her durch Hochlegen auf Familienhäufchen oder Umlegen im Kartenbild auflösen läßt. Durch An- und Umlegen werden verworrene Reihen aufgelöst, Reihen freigespielt, zusammenhängende Leitern gebildet und die Familienhäufchen aufgefüllt. Wenn die letzte Karte vom Talon abgelegt ist, muß die Patience Anneliese aufgehen - sonst gilt sie als nicht geglückt. Durch die vielen Kombinationsmöglichkeiten gelingt es dem geübten Spieler ziemlich häufig, die oft hoffnungslos scheinende Patience zu einem guten Ende zu bringen.

Wichtig

Versuchen Sie bei der Anneliese zunächst, längere Leitern zu bilden - nach Möglichkeit in nicht zu bunter Folge. Mit dem Hochlegen sollten Sie vorsichtig sein. Manchmal liegt eine Karte zu früh auf einem Familienhäufchen - man hätte sie dringend im Kartenbild noch gebraucht.

Kurzfassung Anneliese

·         104 Karten

·         Kartenbild: 64 Karten offen auslegen, 8 Karten waagerecht, daran geschuppt noch mal 7 Reihen waagerecht mit je 8 Karten.

·         Restkarten: Talon

·         Spielziel: farbgleicher Aufbau auf Assen bis zu den Königen.

·         Umlegemöglichkeiten: m fallender Folge rot an schwarz und schwarz an rot, aber auch rot an rot und schwarz an schwarz. Leitern - oder Teile von Leitern - dürfen nur bewegt werden, wenn sie farbrein sind.

·         Auf Freiplätze können jede beliebige Einzelkarte oder farbreine Leitern (oder Teile von Leitern) gelegt werden. Sie sind wichtig, weil mit ihrer Hilfe farbungleiche Leitern umzuordnen sind.

·         Jede Talonkarte kommt nach dem Abziehen vom Talon an die 1. Senkrechtreihe. Von dort wird sie im Kartenbild mit verwendet, es wird an sie evtl. aus dem Kartenbild angelegt oder sie wird mit der nächsten Talonkarte geschuppt bedeckt.

 


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